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Martin Theuer: 07 11 - 33 84 47
Klaus Dreher: 07 11 - 3 45 58 90
Email: info@schiller-for-one.de

 

Gänsefeder auf der Pauke
„Schiller for one“ im Stuttgarter RenitenzTheater
Von Andrea Thormählen

 

„Ziehet, ziehet, hebt! Sie bewegt sich, schwebt ...“ Pauken, Becken und Schiffsglocken dröhnen zu den letzten Worten aus Schillers „Lied von der Glocke“. Martin Theuer hat den Rhythmus des Schlagzeugs in den Beinen, im gesamten Körper, wenn er die Worte spricht. „Schiller groovt“, findet er. Zusammen mit dem Schlagzeuger Klaus Dreher spielt der Schauspieler „Schiller for one“ im Stuttgarter RenitenzTheater. Wie der Butler James am 90. Geburtstag von Miss Sophie in „Dinner for one“ schlüpft Theuer in verschiedene Rollen. Virtuos spielt er ein Expertenteam, das den 200. Todestag des Dichters mit einem Leichenschmaus feiert.


Schlagzeug und Schiller – nichts passt besser zusammen, finden Theuer und Dreher, die nicht zum ersten Mal ein Wort-Ton-Programm auf die Bühne bringen. „Das Schlagzeug treibt einen in eine gewisse Kraft, die man für Schiller braucht. Dann wird das Pathos sinnlich“, sagt Theuer. Doch Dreher ist keineswegs nur der Treiber mit den Trommelschlägeln. Er stellt die bekannten Gedichte und Balladen in verblüffend neue Zusammenhänge. Neue Deutungen tun sich mit einem Schlag oder Federstrich auf. Etwa wenn Dreher mit zwei großen Gänsefedern über die Pauken kritzelt, die Becken flüchtig mit den Kielen betupft, über ein Waschbrett ritzt und ratzt. Es scheint, als illustrierte er die „Bittschrift des niedergeschlagenen Trauerspieldichters an die Waschweiber von Loschwitz“, die Theuer rezitiert. Mit einem Mal sind alle Sinne hellwach und versuchen staunend, den genialen Subtext zu verstehen, der dem Schlagzeuger aus den Federn fließt.